Fantom Freedom



Ein Land wird befreit, nachdem es besetzt war. Ein Häftling wird aus der Haft entlassen und steht mit einer Tüte alter Habseligkeiten in der Freiheit.

Im Sommer grillen wir unter freiem Himmel oder baden nackt, wenn diese Freizügigkeit erlaubt ist. "Ich bin so frei" lautet eine charmante Rechtfertigung, um sich Dinge, Bemerkungen, Handlungen herauszunehmen.

Wenn ein Atomkraftwerk außer Kontrolle gerät, dann wird Strahlung frei, wenn ein Flugzeug aus der Routine des Auftriebs gerät, dann droht der freie Fall. Die maximale Freiheit von Materie ist tödlich: Vacuum ist eine beliebte Metapher und umschreibt Mangel, Abwesenheit und Leere. Der sogenannte "Horror vacui", der Schrecken vor der Leere, verbindet uns Menschen mit der Natur. Genau wie sie Leere "vermeidet", so fürchtet der Mensch die Freiheit ohne Struktur und Ziel. 

Ist also Freiheit nur ein Fantom? Ein Gespenst, das uns in Kopf und Körper herumspukt? Eine notwendige Utopie wie Liebe, Gott und Glück? -

Tanz: Lina Puodziukaite, Olaf Reinecke, Karel Vaněk

Dramaturgie: Guido Preuß

Licht: Markus Becker

Bühne: Frank Chamier

Gefördert durch: Ministerpräsidenten des Landes NRW, Fonds Darstellende Künste, Stadt Bonn