FearyTale (2011)



In FearyTale widmet sich Tänzer und Choreograph Karel Vanek gemeinsam mit seinem Ensemble der Angst, als Kraft, die Bewegung erzeugt oder verhindert. Ohne dass man sich im Alltag dessen bewusst wäre, verursachen gerade subtile Formen der Angst körperliche Bewegungsmuster.

Wer hat uns eigentlich beigebracht, unsere Ängste zu verstecken ? Weil wir sicher sind, Wertschätzung und Zuwendung zu verlieren, wenn die anderen wüssten, dass wir Angst haben?  - Ist das nicht schon eine depressive Position ? Wieso haben wir oft größeren Respekt vor entschlossenen Siegerposen als vor ehrlich geäußerter Angst ? 
Wieso sollen wir den „Affentanz“ mitmachen, uns furchtlos und stark zu zeigen auch wenn wir es nicht sind? Können wir unserer eigenen Angst und der Angst anderer begegnen?

Angst zu haben wird oft als Schwäche bewertet, als Kriterium der Ineffizienz. Darüber freuen sich Hersteller von Unterhaltungselektronik,
Wellnessprodukten, Psychopharmaka und Vertreter des Versicherungswesens gleichermaßen. Politiker und Wirtschaftsbosse tanzen es uns vor: mit Ängsten kann man sehr gut Geschäfte machen.

Angst ist ein roter Faden, der sich mal blitzend, mal versteckt durch das Gewebe unseres Lebens zieht. Vor allem aber ergreift uns die Angst ganzheitlich. Je nach Stärke erleben wir sie körperlich, mental und psychisch.

„Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie.“ (Erich Kästner)



Regie/Choreographie: Karel Vaněk
Dramaturgie: Guido Preuß
Bühne: Frank Chamier
Licht: Markus Becker
Darsteller: Guido Preuß, Olaf Reinecke, Eric Trottier, Karel Vanek


Koproduktion: Theater in der Brotfabrik Bonn, Cerna Vanek Dance

 

Premiere 17. März 2011, bühne in der brotfabrik